Holleschek und Schlick machen die BMW-Welt zum Partytempel

        Stefan Dorner

         

        Holleschek und Schlick machen die BMW-Welt

        zum Partytempel

         

         

        Elektroswing ist aus den Clubs in Paris, London oder Berlin gar nicht mehr wegzudenken. Jetzt erobert diese Welle auch München. Bester Beweis war die „Drehmomente“-Party von Otger Holleschek und Mathias Schlick in der Nacht zum Sonntag im Doppelkegel der BMW-Welt.

         

         

         


        Die Zeichen standen schon im Vorfeld gut für eine zündende Party: Die Sommertemperaturen sorgten für kurze Kleidchen auf der großen Terrasse – und als Headliner trat die Pariser Band Caravan Palace um Frontfrau Colotis Zoé auf. Sie sind die Pioniere der Szene, die den Gypsy-Jazz und Swing der 1930er-Jahre mit aktuellem Club-Sound verbinden. „Der absolute Hammer“, befand etwa Nadine (23), die mit zwei Freundinnen in die BMW-Welt kam. „Das ist ja fast schon Theater, was die da aufführen.“ Tatsächlich sprangen und liefen Zoé und ihre Band über die Bühne, warfen sich auf den Boden, übten sich im Headbangen, um sich gleich darauf auf der proppenvollen Tanzfläche Freiraum für einen exzessiven Charleston zu machen.

         


        Der Doppelkegel wackelte, es bebte der Boden, ja und sogar der ein oder andere Ordner wippte mit einem Bein mit. Ganz großes Kino. Nicht nur, weil links und rechts der Tanzfläche Filme aus der Stummfilmzeit liefen. Fast schon üblich bei Holleschek-Partys: die Mega-Schlange am Eingang. Dass solche Partys wie am Samstag künftig auch vor sogenannten stillen Tagen (z.B. Karfreitag), an denen bisher striktes Tanzverbot ab Mitternacht galt, gefeiert werden können, hat am Freitag der Koalitionsausschuss von FDP und CSU beschlossen. Seit Jahren war die bisherige Regelung des Bayerischen Feiertagsgesetzes den bayerischen Gastronomen und vielen Partygängern ein Dorn im Tanzfuß, neun Nächte waren davon betroffen.

         

         

        Nun soll in den meisten Nächten vor den stillen Tagen zumindest bis 2 Uhr morgens gefeiert werden dürfen. „Damit kann ich leben“, sagt Franz Jüttner, Chef des 8Seasons an der Sonnenstraße. „Das heißt ja nicht, dass wir um 2 Uhr schließen müssen, sondern nur die Musik runterfahren werden.“ Der Gastronom hätte ohnehin nichts dagegen, wenn sich die Nacht wieder wie früher nach vorne verschieben würde. „Jetzt sperren wir um 22 Uhr auf, damit eine Stunde später die ersten Gäste kommen.“

         

        THOMAS OSSWALD

         

         

         

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